Keystone-Modul selber anfertigen – Patch-Panel oder Dose

Ein Keystone-Modul selbst anfertigen, ist leichter als Sie denken. Wir zeigen ihnen Schritt für Schritt sowohl Montage als auch Demontage.

Was ist ein Keystone-Modul?

Ein Keystone-Modul wird meist dazu verwendet, um eine Verbindung zwischen einem Verlege-Kabel und einem Patch-Kabel herzustellen. Da sich die Verlege-Kabel nicht dazu eignen, diese direkt an ein Endgerät anzuschließen, brauchen Sie entweder eine normale Netzwerkdose oder ein Keystone-Modul. Die Module werden häufig in Serverschränken eingesetzt um ankommende Verlege-Kabel erstmal auf ein Patch-Panel zu bringen. Das gleiche geht natürlich auch mit einem Standard-Patch-Panel, dieses ist aber nicht so flexibel und Montage freundlich wie Keystone-Module. Die Module kosten zwar mehr, sparen aber Zeit und nerven. In dieser Anleitung zeigen wir ihnen sowohl die Montage als auch die Demontage. Die Module können nämlich mehrfach Wiederverwendet werden.

Keystone-Verbindung zum Lan-Kabel.

Seitenschneider ohne Facette!

Das wichtigste beim Erstellen eines RJ45-Steckers oder einem Keystone-Modul ist der richtige „Seitenschneider“. Die Adern müssen hier so bündig wie möglich abgeknipst werden. Ansonsten kann es zu einer ungewollten Verbindung mit der Abschirmung kommen. Man nennt diese ungewollte Verbindung Masseschluss. Es gibt zwar auch Netzwerkkabel ohne jegliche Abschirmung, diese sind aber nicht zu empfehlen, da Sie störanfälliger sind. Zudem kosten die Netzwerkkabel mit Abschirmung nur geringfügig mehr und der minimale Aufpreis lohnt sich.

Wir empfehlen keinen normalen Seitenschneider zu verwenden, da die eigentliche Schneidfläche leicht abgeschrägt nach innen versetzt ist. Dies nennt man Facette. Viel besser dafür geeignet sind Seitenschneider ohne Facette, die es im Baumarkt oder Elektronik Fachhandel ab 6€ zu kaufen gibt. Diese schneiden direkt vorne und bündig die Leitung ab. Siehe Bild. Gerade bei Keystone-Modulen ist es enorm wichtig, da kaum Platz zwischen dem Metall-Gehäuse und den abgeknipsten Adern besteht.

seitenschneider mit und ohne facette
Foto: IT Tweak

Netzwerkkabel nach A oder B auflegen?

Der einzige Unterschied zwischen der Auflegeart A, zur Auflegeart B, sind die mittleren beiden Paare. Diese werden bei Variante B im Gegensatz zur A-Variante untereinander getauscht. Sie können sich hier entweder nach einer Zahlencodierung oder der farblichen Codierung richten. Die meisten legen nach B auf und orientieren sich dabei an den Farben. Grundsätzlich spielt es aber keine Rolle welche Farbe sie wo auflegen. Es erleichtert lediglich einer anderen Person die eventuell später mal etwas hinzufügen möchte die Arbeit. Das einzig wichtige ist, dass alle Adern sowohl beim einen als auch beim anderen Ende immer identisch sind. Halten Sie diese wie auf dem Bild nebeneinander, müssen die Farben von jedem Rj45-Stecker von links nach rechts gesehen, identisch sein. Nach Auflegeart B (T568B) ist es Pärchen (weiß/orange) dann (weiß/blau), danach (weiß/grün) und als letztes (weiß/braun).

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Foto: IT Tweak

Keystone-Module oder Standard Netzwerkdose

Für eine Wand-Installation gibt es zwei Möglichkeiten, Zum einen gibt es die Standard Netzwerkdosen bei denen Sie die einzelnen Adern mit einem Pin-Werkzeug in kleine Klemmen pressen. Zum anderen gibt es Netzwerkdosen für Keystone-Module

Keystone-Modul
Keystone-Modul

Die Frage ist jetzt, welche Art Sie in der Wanddose verbauen möchten. Die Antwort hängt von ihrem verfügbaren Budget ab. Keystone-Module sind im Vergleich zu einer normalen Netzwerkdose deutlich teurer. Dafür ist der Anschluss vom Netzwerkkabel wesentlich leichter und angenehmer als eine enge, fummelige Netzwerkdose. Zudem lassen sich Keystone-Module wiederverwenden und können bei einem Fehler in der Verdrahtung wesentlich einfacher und schneller wieder geändert werden.

Auch beim Kauf eines Patch-Panels für einen Serverschrank empfehlen wir hier eher die Keystone-Variante. So können Sie das Patch-Panel bei Bedarf problemlos entnehmen. Die Position von einzelnen Modulen tauschen und leichter einen Fehler beheben.

Keystone-Modul mit Verlege-Kabel verbinden

In der Anleitung nutzen wir ein Verlege-Kabel vom Typ Cat 7 S/FTP. Verwenden Sie ein anderes Netzwerkkabel ohne Abschirmung, dann überspringen Sie den Teil einfach.

  1. Als erstes setzen Sie ca. 3-4cm von der Ummantelung ab.
  2. Legen Sie das Drahtgeflecht komplett nach hinten.
  3. Entfernen Sie die Aluminium-Folie von den Ader-Paaren und legen diese dann ebenfalls nach hinten.
  4. Führen Sie alle Paare durch das Loch in der Mitte des Klemm-Elements.
  5. Richten Sie die Paare jetzt nach Auflegeart A oder B aus.
  6. Ziehen Sie die einzelnen Adern durch die passenden Klemmen und drücken diese vorne und hinten richtig in die Klemmen rein.
  7. Knipsen Sie mit einem Seitenschneider die Adern bündig ab. Hierfür empfehlen wir einen Seitenschneider ohne Facette zu verwenden.
  8. Kontrollieren Sie beide Seiten, ob sich die Adern noch in den Klemmen befinden und bündig abgeschnitten sind.
  9. Setzen Sie das Klemm-Element auf das Modul und achten dabei darauf, dass die Pfeile beim Modul und dem Klemm-Element in die selbe Richtung zeigen.
  10. Drücken Sie beide Scharniere zusammen, bis diese Vollständig eingerastet sind. Sollten diese nicht vollständig einrasten, können Sie mit einer Zange noch etwas nachhelfen.
  11. Schieben Sie das Rasterband durch die Ösen und ziehen es fest.
  12. Das Modul ist somit fertig für den Einsatz.

Keystone-Modul demontieren

Nachdem wir ihnen bereits beschrieben haben, wie Sie ein Keystone-Modul selber montieren können, zeigen wir ihnen hier auch noch die Demontage. Falls ihnen ein Fehler unterlaufen ist, können Sie die Module Problemlos wieder demontieren und neu anfertigen. Sie brauchen dazu lediglich einen mittelgroßen Schlitz-Schraubendreher.

  • Setzen Sie den Schraubendreher an der Metall-Nase an und lösen Sie so auf der einen und auf der anderen Seite des Moduls.
  • Danach entfernen Sie auf gleiche Weise den Einsatz indem Sie ihn auf beiden Seiten vorsichtig mit dem Schraubendreher anhebeln.

Alle Anleitungen zu Netzwerk mit Ubiquiti

In der Artikel-Reihe „Netzwerk“ werden wir ihnen Schritt für Schritt zeigen, wie Sie ein Professionelles Heimnetzwerk für ein kleines Budget einrichten. Dazu verwenden wir diverse Komponenten von Ubiquiti aus der UniFi-Serie. Hier finden Sie alle weiterführenden Anleitungen zum Thema Netzwerk Technik mit Ubiquiti.

  • – Ubiquiti als Alternative zu FritzBox, Speedport und Co. (LESEN)
  • – UniFi Netzwerkgeräte im Vergleich – Router, Switches, WLAN. (LESEN)
  • – Was ist PoE, passiv, PoE+, IN und OUT? (LESEN)
  • – UniFi OS und dessen Möglichkeiten. (LESEN)
  • – Einstellungen im UniFi OS erklärt. (LESEN)
  • – Dream Machine einrichten. (LESEN)
  • – Doppeltes NAT beim Heim-Netzwerk vermeiden. (LESEN)
  • – FritzBox – Internet-Port durchschleifen und als Modem nutzen. (LESEN)
  • – WLAN LAN VLAN Netzwerk einrichten. (LESEN)
  • – MAC-Adresse anzeigen lassen in Windows und iOS. (LESEN)
  • – Unifi OS Backup und automatisches Backup erstellen. (LESEN)
  • – UniFi OS – Feste IP für Geräte trotz DHCP. (LESEN)
  • – LAN-Ports Dream Machine / Switch einem Netzwerk zuweisen. (LESEN)
  • – Firewall Einstellungen Grundlagen erläutert. (LESEN)
  • – Firewall Grund-Regeln und Gruppen erstellen. (LESEN)
  • – Firewall – Eigene individuelle Regeln erstellen. (LESEN)
  • – Netzwerkkabel selber anfertigen mit Crimp-Werkzeug (LESEN)

Nützliche Links

Weitere Tipps und Tricks zu Hardware finden Sie hier.


Beitragsbildquelle: IT Tweak Fotos

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